Welpe stubenrein bekommen: Zeitplan, Aufsicht und Belohnung
Das Wichtigste in Kürze
- Bringen Sie den Welpen nach jedem Schlafen, Fressen und Spielen nach draußen und zusätzlich in festen Abständen.
- Belohnt wird innerhalb von zwei Sekunden nach dem Lösen direkt draußen an der Stelle, nicht erst an der Haustür.
- Im Haus ist der Welpe entweder unter direkter Aufsicht, im Laufgitter oder in der Box oder war gerade draußen.
- Malheure werden mit Enzymreiniger entfernt und nicht bestraft, denn Strafe lehrt Verstecken statt Einhalten.
- Die meisten Welpen sind zwischen vier und sechs Monaten weitgehend zuverlässig, gelegentliche Rückschritte eingeschlossen.
Ein Welpe wird stubenrein, wenn er oft genug Gelegenheit bekommt, sich an der richtigen Stelle zu lösen, dafür belohnt wird und kaum Gelegenheit hat, es an der falschen zu tun. Praktisch heißt das: nach jedem Schlafen, Fressen und Spielen nach draußen, unmittelbar nach dem Lösen ein Leckerchen und im Haus lückenlose Aufsicht. Die meisten Welpen sind zwischen vier und sechs Monaten weitgehend zuverlässig, manche brauchen länger.
Warum junge Welpen noch nicht einhalten können
Ein acht Wochen alter Welpe hat eine kleine Blase und kontrolliert sie nur begrenzt. Den Drang bemerkt er häufig erst Sekunden, bevor es läuft. Stubenreinheit ist deshalb keine Frage des Gehorsams, sondern des Managements: Für das Timing sind die Menschen zuständig, bis der Körper des Welpen gereift ist und sich die Gewohnheit gefestigt hat, draußen zu machen.
Eine verbreitete Faustregel besagt, dass ein Welpe in Ruhe etwa so viele Stunden einhalten kann, wie er Monate alt ist, plus eine. Das ist eine Obergrenze für einen schlafenden Welpen und kein Richtwert für einen wachen, aktiven.
Wie oft nach draußen: Zeitplan nach Alter
| Alter | In Wachphasen | Nachts |
|---|---|---|
| 8–10 Wochen | alle 30–60 Minuten | 1–2 Gänge |
| 10–12 Wochen | alle 60–90 Minuten | 0–1 Gang |
| 3–4 Monate | etwa alle 2 Stunden | schläft meist 6–7 Stunden durch |
| 4–6 Monate | alle 3–4 Stunden | schläft durch |
Zusätzlich zu diesen Abständen geht es in den folgenden Momenten immer nach draußen, egal wann der letzte Gang war:
- sofort nach dem Aufwachen, auch nach kurzen Nickerchen
- 5 bis 20 Minuten nach dem Fressen oder nach viel Trinken
- nach Spiel, Training oder Aufregung, etwa bei Besuch
- wenn der Welpe am Boden schnüffelt, sich im Kreis dreht, unruhig wird oder zur Tür läuft
Feste Fütterungszeiten machen das Timing berechenbarer als ein ständig gefüllter Napf.
Schritt für Schritt: der Ablauf draußen
- Tragen oder führen Sie den Welpen an der Leine zur immer gleichen Stelle. Ein vertrauter Platz mit eigenem Geruch beschleunigt die Sache. Junge Welpen trägt man am besten, denn viele schaffen den Weg durch den Flur nicht.
- Bleiben Sie stehen und seien Sie langweilig. Geben Sie dem Welpen drei bis fünf Minuten. Kein Spiel, kein Herumlaufen, keine Ansprache.
- Führen Sie ein Signal ein, während er sich löst. Sagen Sie leise ein Wort wie „Mach Pipi“, sobald er beginnt. Nach einigen Wochen hilft das Wort, ihn zum Lösen zu bewegen, zum Beispiel vor einer Autofahrt.
- Belohnen Sie innerhalb von zwei Sekunden nach dem Lösen. Leckerchen und Lob gibt es direkt an der Stelle. Ein Leckerchen an der Haustür belohnt das Hereinkommen, nicht das Lösen.
- Danach darf es noch etwas Schönes geben. Einige Minuten Schnüffeln oder Spielen verhindern, dass der Welpe lernt, mit dem Lösen sei der Ausflug vorbei – sonst zögert er es hinaus.
- Passiert nichts, gehen Sie wieder hinein, behalten den Welpen 10 bis 15 Minuten auf dem Schoß, an der Leine neben sich oder in der Box und versuchen es dann erneut.
Aufsicht im Haus
Jedes Malheur im Haus ist eine Wiederholung der falschen Gewohnheit. Die einfachste Regel für die ersten Wochen: Der Welpe befindet sich immer in einer von drei Situationen.
- Unter direkter Aufsicht. Sie haben den Welpen im Blick und können auf Schnüffeln und Kreiseln reagieren. Eine Leine am Gürtel oder eine geschlossene Zimmertür hält ihn im selben Raum.
- In einem begrenzten Bereich. Wenn Sie kochen, duschen oder telefonieren, ist der Welpe im Laufgitter oder kurz in der Box. Die meisten Welpen vermeiden es, ihren Schlafplatz zu beschmutzen, solange die Fläche nicht zu groß ist und sie nicht länger dort bleiben, als sie einhalten können. Wie Sie das freundlich aufbauen, steht im Ratgeber zum Boxentraining.
- Gerade leer. In den 15 bis 20 Minuten nach einem erfolgreichen Gang darf sich der Welpe freier bewegen.
Erweitern Sie den Freiraum Zimmer für Zimmer und erst dann, wenn im bisherigen Bereich etwa zwei Wochen lang nichts danebengegangen ist.
Mit Malheuren umgehen – ohne Strafe
Malheure werden passieren. Ihre Reaktion entscheidet darüber, ob sie seltener werden.
- Auf frischer Tat: ruhig unterbrechen, den Welpen nach draußen tragen und belohnen, wenn er sich dort zu Ende löst.
- Später entdeckt: aufwischen und nichts sagen. Ein Welpe kann Schimpfen nicht mit etwas verknüpfen, das Minuten zurückliegt.
- Reinigen: mit Enzymreiniger. Ammoniakhaltige Mittel oder einfache Haushaltsreiniger hinterlassen oft einen Geruch, der die Stelle als Toilette markiert.
- Ursache prüfen: War der Abstand zu lang, war der Welpe unbeaufsichtigt, wurde ein Anzeichen übersehen? Passen Sie den Zeitplan an, nicht den Welpen.
Schimpfen, die Nase hineindrücken oder eine laute Stimme zeigen dem Welpen nicht, wohin er machen soll. Sie zeigen ihm, dass es riskant ist, sich in Gegenwart von Menschen zu lösen. Das Ergebnis ist häufig ein Welpe, der sich dafür hinter das Sofa zurückzieht und sich draußen an der Leine nicht mehr lösen mag. Belohnungsbasiertes Training vermeidet diese Nebenwirkung; warum es funktioniert, erklärt der Artikel zur positiven Verstärkung.
Die Nacht
- Stellen Sie Box oder Körbchen in den ersten Wochen neben Ihr Bett, damit Sie hören, wenn der Welpe unruhig wird.
- Füttern Sie die letzte Mahlzeit etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen und gehen Sie unmittelbar davor noch einmal hinaus. Wasser sollte tagsüber immer verfügbar sein; eine Einschränkung am Abend besprechen Sie besser mit der Tierarztpraxis, statt sie allein zu entscheiden.
- Wird der Welpe nachts unruhig oder fiept er, tragen Sie ihn hinaus, warten ruhig, belohnen kurz und gehen ohne Spiel und ohne Licht zurück ins Bett.
- Stellen Sie in der ersten Woche einen Wecker, falls der Welpe Sie nicht zuverlässig weckt, und verschieben Sie ihn alle paar Nächte um 15 bis 30 Minuten nach hinten.
Mit etwa drei bis vier Monaten schlafen die meisten Welpen sechs bis sieben Stunden durch.
Rückschritte und Sonderfälle
Ein Welpe, der sauber war und wieder ins Haus macht, tut das nicht aus Trotz. Häufige Auslöser sind eine neue Umgebung, ein veränderter Tagesablauf, zu früh zu viel Freiraum, nasses oder kaltes Wetter und die beginnende Pubertät. Kehren Sie für ein bis zwei Wochen zum engeren Zeitplan zurück.
Zwei Formen des Urinierens haben mit Stubenreinheit nichts zu tun. Manche Welpen verlieren beim Begrüßen ein paar Tropfen oder wenn sich jemand über sie beugt. Dieses Urinieren aus Aufregung oder Beschwichtigung verliert sich meist mit dem Älterwerden; halten Sie Begrüßungen ruhig und verlegen Sie sie möglichst nach draußen. Die begleitenden Signale erkennen Sie leichter, wenn Sie die Körpersprache des Hundes lesen können. Das Beinheben an senkrechten Flächen bei Junghunden ist Markieren und wird ebenfalls über Aufsicht und gründliches Reinigen angegangen.
Häufige Fehler
- Darauf warten, dass der Welpe sich meldet. Die meisten Welpen zeigen wochenlang nicht deutlich an. Richten Sie sich nach der Uhr.
- Zu spät belohnen oder erst nach dem Hereinkommen.
- Den Ausflug direkt nach dem Lösen beenden, sodass der Welpe lernt, es hinauszuzögern.
- Zu viel unbeaufsichtigter Raum in den ersten Wochen.
- Die Terrassentür offen lassen und annehmen, der Welpe lerne es von allein. Ohne Sie und Ihre Belohnung markiert nichts die richtige Stelle.
- Eine gerade Linie erwarten. Eine gute Woche und danach zwei Malheure sind normaler Fortschritt.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Suchen Sie eine Tierarztpraxis auf, wenn der Welpe sehr häufig kleine Mengen absetzt, presst, Blut im Urin hat, auffallend viel trinkt, anhaltenden Durchfall hat oder die Stubenreinheit ohne erkennbaren Grund plötzlich verliert. Ist der Welpe gesund und zeigt sich nach mehreren Wochen konsequenter Routine keine Besserung, oder beschmutzt er regelmäßig seinen Schlafplatz, kann eine qualifizierte, belohnungsbasiert arbeitende Hundetrainerin den Tagesablauf mit Ihnen durchgehen. Was Ihr Welpe darüber hinaus wann lernen sollte, zeigt der Plan für die Welpenerziehung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Welpe stubenrein ist?
Mit einem konsequenten Tagesablauf sind viele Welpen zwischen vier und sechs Monaten weitgehend zuverlässig. Kleine Rassen und Welpen, die ihren Schlafplatz in den ersten Lebenswochen nicht sauber halten konnten, brauchen oft länger, manchmal bis zu einem Jahr. Einzelne Malheure in dieser Zeit sind normal. Entscheidend ist die Richtung: längere trockene Phasen und ein Welpe, der von selbst zur Tür läuft.
Wie oft muss ein acht Wochen alter Welpe raus?
Mit acht Wochen sollten Sie in den Wachphasen alle 30 bis 60 Minuten nach draußen gehen, außerdem sofort nach dem Aufwachen, nach dem Fressen oder Trinken und nach dem Spielen. Das ergibt leicht zwölf oder mehr Gänge am Tag. Nachts brauchen die meisten Welpen in diesem Alter ein bis zwei Gänge. In den folgenden Wochen werden die Abstände nach und nach länger.
Sind Welpentoiletten oder Unterlagen sinnvoll?
Unterlagen können eine praktische Übergangslösung sein, etwa in einer Wohnung im oberen Stockwerk oder vor Abschluss der Impfungen. Ihr Nachteil: Der Welpe lernt, dass das Lösen im Haus auf weichem Untergrund in Ordnung ist, und muss später umlernen. Wenn Sie Unterlagen nutzen, dann an einem festen Platz, den Sie schrittweise zur Tür und schließlich nach draußen verlegen.
Was tue ich, wenn ich den Welpen beim Pinkeln in der Wohnung erwische?
Unterbrechen Sie ruhig und ohne ihn zu erschrecken, etwa indem Sie freundlich seinen Namen sagen oder ihn hochnehmen, und tragen Sie ihn sofort nach draußen. Löst er sich dort zu Ende, belohnen Sie ihn. Die Stelle im Haus reinigen Sie anschließend mit Enzymreiniger. Schimpfen Sie nicht und drücken Sie niemals die Nase hinein. Eine später entdeckte Pfütze wischen Sie einfach kommentarlos auf.
Warum macht mein Welpe nach Wochen plötzlich wieder ins Haus?
Rückschritte sind mit etwa vier bis sechs Monaten häufig, ebenso nach einem Umzug, bei verändertem Tagesablauf oder wenn der Welpe zu schnell zu viel Freiraum bekommen hat. Kehren Sie für ein bis zwei Wochen zum engeren Zeitplan zurück, beaufsichtigen Sie genauer und belohnen Sie draußen wieder. Uriniert der Welpe sehr häufig, presst er oder trinkt er auffällig viel, sollte eine Tierärztin körperliche Ursachen ausschließen.